Am 30. Oktober 2004 (also vor einem Jahr) sind wir in unsere derzeitige Wohnung gezogen. Es war der 18. Geburtstag meiner Söhne und im Umzugschaos zwischen Kartons und Möbelteilen haben wir Geburtstag gefeiert - nachmittags, wie immer seit 18 Jahren, mit den Großeltern. Es ist eine schöne, sehr geräumige Wohnung, zentral gelegen - und (juhu!) über drei!! Etagen. (Damals konnte ich ja noch nicht wissen, dass mir das Treppensteigen mal so schwer fallen würde).
Wir waren alle so voller Optimismus, Weihnachten kam, dann das neue Jahr, das Chaos und der Umzugsstreß schon fast vorbei.
Am 10. Januar dann der erste Schock: meine Mutter hatte einen Herzinfarkt. Krankenhaus - Intensivstation. Danach Reha, sie hat sich erstaunlich schnell erholt. Die ganze Familie konnte es zunächst nicht glauben - Mama hatte noch nie etwas am Herzen gehabt.
Im März große Ehekrise bei meiner Schwester - es war von Trennung die Rede.
Am 17. April kam Mama wieder ins Krankenhaus - wieder das Herz, es war zwar diesmal kein Infarkt aber kurz davor. Man sagte uns, ihr Herz sei sehr sehr krank und es wurde zu einer Herzoperation geraten.
Die Operation war am 16. Juni. Wir hatten alle so große Hoffnung, daß es ihr danach besser gehen würde - aber leider war sie so geschwächt, dass sie nach der OP nicht mehr aufgewacht ist. Drei Tage später, am 19. Juni, ist unsere geliebte Mama verstorben, ohne nochmal das Bewußtsein zu erlangen.
Genau einen Monat später, am 19. Juni, wurde ich ins Krankenhaus eingeliefert - in die Neurologie. Ich konnte mein linkes Bein nicht mehr bewegen, hatte fürchterliche Schmerzen, der linke Arm war schwach und die ganze rechte Körperhälfte gefühllos. Ich habe mir nicht besonderes dabei gedacht, tippte eher auf einen eingeklemmten Nerv in der Wirbelsäule. Zum Glück hat mein Orthopäde aber sofort erkannt, dass es sich eher um ein neurologisches Problem handelte und mich sofort ins Krankenhaus eingewiesen. Na ja, nach mehreren Untersuchungen - Kernspin von Kopf und Rücken, Lumbalpunktion etc. bekam ich dann 10 Tage später die Diagnose: Multiple Sklerose.
Vor drei Tagen feierten wir den 19. Geburtstag meiner Söhne und alles war so anders als vor einem Jahr.