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evita
 Vor einem Jahr war alles anders
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es geht mir besser
5. December 2005, 08:48, evita

Nach langer Zeit will ich mich mal wieder hier melden. Es geht mir wieder besser und seit 2 Wochen gehe ich auch (nach über drei Monaten) wieder arbeiten. Da merke ich schon, dass das ganz schön schlaucht und bin froh, wenn ich zuhause bin und mich erst mal 10 minuten auf's Sofa legen kann. Die Zeit nehme ich mir auch wann immer es geht (da wäre ich früher ja nie auf den Gedanken gekommen, mich nach der Arbeit erst mal hinzulegen, wo doch noch so viel Hausarbeit zu erledigen ist!)

Die Schwäche im linken Bein hat sich zwar auch gebessert, aber immer noch nicht so gut, dass ich wieder mit meinem Auto fahren könnte. Also haben wir uns entschlossen, den Wagen zu verkaufen und eins mit Automatikschaltung zu kaufen. Letzte Woche war es dann soweit und ich bin froh, dass ich jetzt wieder "mobil" bin. Klar, wenn man in der Stadt wohnt, kommt man auch mit Bus und Bahn überall hin, aber es dauert einfach viel länger und wenn man sowieso nicht mehr so gut zu Fuß ist, ist es doch einfach viel angenehmer wieder Auto fahren zu können.

Gruß an alle, Eva

 

 

 

und jetzt?
2. November 2005, 15:07, evita

Am 30. Oktober 2004 (also vor einem Jahr) sind wir in unsere derzeitige Wohnung gezogen. Es war der 18. Geburtstag meiner Söhne und im Umzugschaos zwischen Kartons und Möbelteilen haben wir Geburtstag gefeiert - nachmittags, wie immer seit 18 Jahren, mit den Großeltern. Es ist eine schöne, sehr geräumige Wohnung, zentral gelegen - und (juhu!) über drei!! Etagen. (Damals konnte ich ja noch nicht wissen, dass mir das Treppensteigen mal so schwer fallen würde).

Wir waren alle so voller Optimismus, Weihnachten kam, dann das neue Jahr, das Chaos und der Umzugsstreß schon fast vorbei.

Am 10. Januar dann der erste Schock: meine Mutter hatte einen Herzinfarkt. Krankenhaus - Intensivstation. Danach Reha, sie hat sich erstaunlich schnell erholt. Die ganze Familie konnte es zunächst nicht glauben - Mama hatte noch nie etwas am Herzen gehabt.

Im März große Ehekrise bei meiner Schwester - es war von Trennung die Rede.

Am 17. April kam Mama wieder ins Krankenhaus - wieder das Herz, es war zwar diesmal kein Infarkt aber kurz davor. Man sagte uns, ihr Herz sei sehr sehr krank und es wurde zu einer Herzoperation geraten.

Die Operation war am 16. Juni. Wir hatten alle so große Hoffnung, daß es ihr danach besser gehen würde - aber leider war sie so geschwächt, dass sie nach der OP nicht mehr aufgewacht ist. Drei Tage später, am 19. Juni, ist unsere geliebte Mama verstorben, ohne nochmal das Bewußtsein zu erlangen.

Genau einen Monat später, am 19. Juni, wurde ich ins Krankenhaus eingeliefert - in die Neurologie. Ich konnte mein linkes Bein nicht mehr bewegen, hatte fürchterliche Schmerzen, der linke Arm war schwach und die ganze rechte Körperhälfte gefühllos. Ich habe mir nicht besonderes dabei gedacht, tippte eher auf einen eingeklemmten Nerv in der Wirbelsäule. Zum Glück hat mein Orthopäde aber sofort erkannt, dass es sich eher um ein neurologisches Problem handelte und mich sofort ins Krankenhaus eingewiesen. Na ja, nach mehreren Untersuchungen - Kernspin von Kopf und Rücken, Lumbalpunktion etc. bekam ich dann 10 Tage später die Diagnose: Multiple Sklerose.

Vor drei Tagen feierten wir den 19. Geburtstag meiner Söhne und alles war so anders als vor einem Jahr.

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