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Neuen Mut fassen
10. February 2012, 21:55, Jenny90
Das war das Motto, das seit vorletztem Samstag gefasst habe. Da habe ich doch tatsächlich meine praktikumsbetreuende Lehrerin von meinem dritten Schulpraktikum getroffen, die mit eröffnete, dass sie eine Stelle frei hatten, die schnell besetzt werden musste und ob ich denn nicht Lust hätte... Natüüüürlich hatte ich Lust und: seit 1.2. bin ich Vertretungslehrerin in meiner bisher liebsten Praktikumsschule! :) 17 Stunden die Woche arbeite ich jetzt in den 5. Klassen als Förderlehrerin mit und es macht einfach super viel Spass! :) Nur hab ich diese und nächste Woche noch parallel Uni, was zu mächtig Stress gesorgt hat, da die letzten Portfolioaufgaben, die letzten Referate und auch schon ein paar Hausarbeiten abgegeben werden mussten und ich dazu noch Unterricht planen musste... An viel Schlaf war nicht zu denken in dieser Woche, aber hat trotzdem alles geklappt. Naja, bis auf den kleinen Vorfall: Mittwoch morgen spürte ich plötzlich meine Fingerkuppen an der linken Hand nicht mehr und war schon sehr verunsichert, ob das denn bleibt, ob das vom wenigen Schlafen und dem vielen Stress kommt. Ob das bleibt, ob das wieder von alleine weg geht und ob ich mich schnellstens auf den Weg zum Arzt begeben sollte... Ich entschied mich dazu, nicht gleich zum Arzt zu gehen und erst einmal abzuwarten, ob es schlimmer wird und ich muss sagen: Stress vorbei und: das Gefühl ist wieder zurückgekommen. Erleichterung pur!!! :) Jetzt kann ich alles hoffentlich mal vergessen und richtig in meinem Lehrerjob aufblühen! Es macht so Spass und ich weiß mehr denn je, dass ich das später machen will, Verbeamtung hin oder her, was solls denn! :) Geht ihr bei sowas eigentlich gleich zum Arzt oder war es richtig, erst mal abzuwarten? Ich hatte ehrlich gesagt keine Ahnung, was ich machen soll und war schon ziemlich panisch...
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Juhuuuu!!!
27. January 2012, 19:08, Jenny90
Nach etwa 2 Monaten Rebif hab ich keine Nebenwirkungen mehr!! Nie mehr verschwitzt aufwachen, nie mehr Kopf- und Gliederschmerzen! :) Naja, außer ich krieg ne Erkältung oder ne Grippe! ;) Wollt ich nur mal loswerden!
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Kriegen wir denn überhaupt noch was?
25. January 2012, 21:29, Jenny90
Ich habe mir wegen der Diagnose und auch auf Anraten meiner Chefin darüber Gedanken gemacht, zu einem Heilpraktiker zu gehen und mir mal anzuhören, was dieser denn so zu sagen hat und wie sich dies von der Schulmedizin unterscheidet. Leider musste ich feststellen, dass so eine Sitzung bei einem Heilpraktiker ziemlich teuer ist und dachte mir deswegen, dass eine Zusatzversicherung für einen Heilpraktiker gar keine schlechte Idee wäre. Und was ist: Ich bekam ein spitzen Angebot, doch sobald ich die MS erwähnte, war Schluss und alles, was er mir anbot, war eine Zahnversicherung... Wahnsinn, da ist man dann schon mal krank, aber Zusatzversicherungen für irgendwas kriegt man auch nicht mehr. Na toll. Zudem hat mich mein Hausarzt noch gestern angerufen, um einen Termin zu vereinbaren, weil er einen Befund aus der Uniklinik bekommen hat. Montag nachmittag ist der Termin, ich bin mal gespannt, was er mir denn zu sagen hat... Und: Ich hatte einen Autounfall.. Ich habe nicht gesehen, wie einer vor mir gebremst hat (er behauptet, es wäre einer abgebogen, was ich aber leider nicht bejahen kann und ein weiterer Zeuge auch nicht, also weiß der Geier, ob das so war) und bin ihm direkt in die Anhängerkupplung rein. Natürlich war es auch das Auto meines Freundes und das sieht jetzt dementsprechend schlecht aus... Ich hoffe aber, dass es sich "nur" um einen Blechschaden handelt und die Sache noch glimpflich ausgeht. Denn passiert ist so eigentlich nix. Der Typ, dem ich aufgefahren bin, ist nix passiert, seinem Hund Gott sei Dank auch nicht, und er hat höchstens nen Kratzer in seiner Anhängerkupplung. Ich hab eben den großen Schaden, aber bin auch sonst mit einem Schrecken davongekommen. Ich hab das Gefühl, momentan geht einfach alles schief und ich krieg einfach gar nichts auf die Reihe... Das ist doch furchtbar. Ob das nochmal besser wird? Ich will es auf jeden Fall hoffen. Doch seit der Diagnose geht alles in die Hose. Naja, einen schönen Abend noch miteinander und bis zum nächsten Mal! ;)
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Die Neujahrsvorsätze werden angepackt!
8. January 2012, 00:30, Jenny90
So, neues Jahr, neues Glück. Nachdem ich im Oktober im Krankenhaus war, hab ich dank des Kortisons und der Langweile im Krankenhaus (und der Möglichkeit mich dort den ganzen Tag frei zu bewegen) einige Kilos zugenommen, da mein Appetitgefühl komplett verloren ging bzw. ich einfach immer Appetit hatte. Nach der Diagnose hatte ich auch nicht unbedingt das Bedürfnis meinen großen Appetit wieder abzustellen und habe munter alles mögliche weitergegessen. Damit ist jetzt Schluss!! Also dick bin ich jetzt noch nicht wirklich geworden, aber ein paar Kilo mehr sind es schon und deswegen habe ich mich dazu entschlossen, mich gesünder zu ernähren, auf Zuckerbomben zu verzichten und hab mich dazu bei Weight Watchers Online angemeldet, weil ich mich und meine konsequenz zu gut kenne. Mal sehen, was es bringt. Heut hab ich schon gesundes Chili con Carne (das erste Mal ohne Fix-Packung) gekocht und es hat schon mal sehr gut geschmeckt, morgen gibts einen bunten Schnitzeltopf... Ich bin gespannt. Und auch, ob ich das konsequent ohne Schokolade etc. aushalte oder dem Körnerbrot und dem Gemüse bald wieder abschwöre... Ein bisschen gesunder leben kann ja nicht schaden, vor allem, weil ja möglicherweise an der Vermutung etwas dran sein könnte, dass MS mit der Ernährung zusammenhängt. Wir werden sehen. Ich freue mich auf jeden Fall darauf, die Diät bzw. Nahrungsumstellung auszuprobieren. Und unterstützend dazu mach ich ab nächste Woche an der Uni wieder Aerobic und hab mir ein Trainingsspiel für meine X-Box geholt, und probier mal aus, ob das gut ist. Wenns nur Spass macht, ist ja auch gut! ;) Und als letzter neuer Vorsatz; Ich fange nächste Woche mit dem Stricken an! Ja, ich mache mit meinen 21 Jahren den "Oma-Sport" wieder in!! Wollte ich schon immer lernen und es ist eine beruhigende Beschäftigung und schön, was mit seinen eigenen Händen zu fabrizieren. Neujahrsvorsätze anfangen: Ein riesengroßer Haken kann gesetzt werden!
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Jubiläum!!
4. January 2012, 18:02, Jenny90
Ein schönes neues Jahr Euch allen!! Das neue Jahr hat nicht nur angefangen, sondern nun spritze ich auch schon einen Monat lang. Am Sonntag gabs Jubiläum mit meinem Rebismart! Wer hätte gedacht, dass seitdem schon ein ganzer Monat vergangen ist. Und so schlimm ist es eigentlich gar nicht, muss ich sagen... Ab und zu mal ein paar rote Flecken und nachts Hitzewallungen, aber sonst halten sich die Nebenwirkungen in Grenzen. Und wenn man nich gerade eine Ader trifft, tuts auch nicht weh! Juhuuu!! :) Neujahr wurde in Niedersachsen bei der Schwester meines Freundes verbracht, ganz ruhig ohne Geballere und mit dem Kind seiner Schwester auf dem Arm, um am Fenster Feuerwerk zu gucken. Ein sehr geruhsamer Einstieg in das neue Jahr, was aber gar nicht gestört hat. Mal sehen, was das neue Jahr denn so bringt... Die Freude darauf hielt sich auf jeden Fall stark in Grenzen...
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Fröhliche Weihnacht überall...
27. December 2011, 18:58, Jenny90
So, die Weihnachtstage sind endlich vorbei... Okay, es war auch mal schön wieder ein paar Tage zu Hause zu verbringen, aber irgendwann ist auch gut. Bin jetzt auch wieder nach Mainz zurückgekehrt und mach mir hier noch ein paar schöne Tage. Zu Hause war eigentlich alles wie immer: Es war nichts geschmückt, der Weihnachtsbaum wurde erst am 24. aufgebaut, wie es Tradition war und meine Eltern haben sich unterschwellig angezickt. Ich dachte, dass das wenigstens wenn ich zu Hause bin aufhört, aber da hab ich mich wohl getäuscht. Aber wieso hätte sich was ändern sollen? Die wenigen Tage, die ich noch nach Hause komme, sind eigentlich immer gleich. Vielleicht fahr ich deswegen auch nicht so gerne heim. Schön war es auf jeden Fall an Heiligabend bei meinem Freund zu Hause. Ich bin am 24. nachmittags hingefahren und wurde schon von weitem von Weihnachtswunderland begrüßt (jedes Jahr ist das ganze Haus von oben bis unten geschmückt und sieht einfach fantastisch aus). Der Baum war einfach nur riesig und hatte eine blinkende Lichterkette, ich war wirklich fasziniert. Ich wurde mit Plätzchen begrüßt und hab auch gleich Geschenke bekommen: was Selbstgebasteltes von seiner Schwester, ein paar Leckereien und auch ein Ernährungsbuch, was ich eigentlich spitze fand, da ich im Zuge der MS sowieso meine Ernährung umstellen wollte und mich möglicherweise etwas gesunder ernähren wollte... Es wurde ein leckeres 3-Gänge-Menü gegessen und danach haben alle zusammen bei einem Glas Wein fern gesehen, es war wirklich wie man es sich zu Weihnachten wünscht... Ich frage mich, warum meine Eltern nicht wenigstens ab und zu so sein können und sich mal nicht streiten oder sich bei mir übereinander auslassen. Wenigstens jetzt, wo ich mein Leben eh ändern muss und Familie und Liebe eigentlich sehr wichtig wären. Warum sie mich nicht mal ohne über das Benzin zu murren, besuchen können. Denn jetzt würde ich es umso mehr brauchen... Naja, man kann sich seine Familie eben nicht aussuchen und lieb hab ich sie ja trotzdem. Es wäre nur ab und zu mal anders ein wenig schöner! :) Ich hoffe, Ihr hattet alle erholsame Weihnachtstage und ich wünsche Euch allen einen guten Rutsch ins neue Jahr!
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Untersuchungen und Therapiebeginn
21. December 2011, 21:08, Jenny90
So, nach einer kleinen Schreibpause berichte ich mal wieder von meinen ersten Berührungspunkten mit der MS und auch mit dem lieben Rebif. Die Untersuchungen im Krankenhaus liefen eigentlich ganz gut, obwohl ich ein bisschen enttäuscht war, dass ich mir eigentlich weniger behalten kann, als ich eigentlich dachte. Ich hatte immer das Gefühl, mein Gedächtnis wäre besser, aber vielleicht kommt das auch vom "Bulimielernen" in der Uni, wie ich das gerne nenne. Man lernt von einem Tag auf den anderen für die 10 Klausuren, die man in einer Woche schreibt und vergisst das Ganze gleich wieder. (Leider muss ich nämlich zugeben, dass ich immer recht spät mit Lernen anfange und Druck brauche, um überhaupt etwas zu machen, aber bis jetzt hat es sich gelohnt und ist noch nicht schief gegangen.) Da kann man sein Gedächtnis doch eigentlich gar nicht wirklich mit trainieren, oder?? Naja, die Motorik scheint bei mir noch ganz zu stimmen, jedenfalls brauche ich knapp 10 Sekunden, um eine kleine angezeigte Strecke, ich glaube von 100 Metern oder so zurückzulegen und ich krieg es auch noch hin, Stäbchen in Löcher zu stecken. Scheint also alles gar nicht soooo schlimm zu sein! ;) Naja, mein Auge ist immer noch nicht hundertprozentig gut, es reagiert anscheinend immer noch ein wenig langsamer als das rechte, aber die Ärztin meinte, es braucht generell eine Zeit lang, bis sich der Sehnerv von der Entzündung erholt hat und es sehe schon recht gut aus. Da meine Augen eh noch nie die besten waren, nahm ich es also an und hoffe, dass es wieder genauso "gut" wird wie vorher! Ein paar Tage später hatte ich dann auch endlich meine langersehnte Spritzenschulung und konnte meinen Rebismart ausprobieren. Ich meine, das Teil sieht schon sehr toll aus und ist auch relativ handlich. Ein bisschen wie die Handys aus den 90ern! Trotzdem hatte ich ein wenig das Zittern, als ich die Nadel in den Apparat gesteckt habe und hab kurz gezögert, bevor ich auf den verlockenden grün leuchtenden Knopf gedrückt habe. Aber erfreulicherweise hat es gar nicht arg weh getan, als die Nadel in meinen Bauch rein ist. Naja, hab mir extra ne gut gepolsterte Stelle ausgesucht! Geblutet hat es ein wenig, aber die Schwester hat mir gleich ein Trostpflaster gegeben und dann wars wieder gut. Sie meinte dann auch, dass ich von der Dosis wahrscheinlich gar nichts merken würde, da die Schleichdosis zum Eingewöhnen noch nicht so hoch ist und dem Körper fast nichts zusetzt. Also konnte ich ja guten Gewissens noch in die Uni zu meinem Kurs gehen... Weit gefehlt! Mitten im Kurs sackte plötzlich mein Kreislauf weg und ich fühlte mich, als hätte ich die letzten Tage durchgesoffen und einen wahnsinnigen Kater. Zusätzlich kamen dann noch Rückenschmerzen dazu und was war? Natürlich hab ich keine Ibu bei mir. Sonst habe ich ja nie Kopfschmerzen oder Ähnliches, also warum denn etwas mitnehmen? Das hatte ich also davon. Naja, nachdem ich mich aus dem Thema ausgeklinkt hatte und mehr oder weniger auf dem Stuhl schlief, ging es auch und ich hielt den Rest des Kurses durch. Zu Hause angekommen schnappte ich mir auch gleich eine Schmerztablette; wofür hatte ich sonst eine 50er Packung verschrieben bekommen? Und nach 10 Minuten auf der Couch gings mir dann auch Gott sei Dank wieder besser. Der Spaziergang mit meinem Hund hat dann auch noch das Übrige getan; frische Luft ist doch einfach unbezahlbar! Die Nebenwirkungen nahmen dann auch schnell nach jeder Dosis ab und ich musste bald gar keine Tablette nehmen. Gestern wurde dann die Dosis auf 22 erhöht. Heute Nacht hat mich dann schon sehr an die Anfänge vor 2 Wochen erinnert. Schlafen konnte ich, nur irgendwann wachte ich dann schweißgebadet wie nach einem Albtraum auf, nur ohne was geträumt zu haben, und war hellwach. Naja, ein guter Zeitpunkt, um eine Ibu zu nehmen, denn ich hab gemerkt, dass ich Kopfschmerzen bekomme. Ich hatte die Hoffnung, dass ich nicht so viel merke und keine Tablette nötig ist, bin nämlich auch nicht so worklich ein Tablettenfreund, aber naja, wenns sein muss, muss es sein. Als ich wieder im Bett lag, fing es dann an: Heiß (ich deckte mich auf), kalt (ich deckte mich wieder zu), wieder heiß und so weiter bis ich dann endlich wieder einschlief und heute morgen wieder total "verkatert" aufgewacht bin. Also noch eine Ibu, denn wem gefällt es schon, den ganzen Tag rumzulaufen und sich zu fühlen, als ob man von einer Dampfwalze überfahren würde? Außerdem macht sich der Vorweihnachtsputz nicht von alleine und meine kleine Wohnung, sowie die von meinem Freund (ja, Männer und Putzen...) werden ja nicht von alleine sauber. Ich bin jedoch zuversichtlich, dass die Nebenwirkungen mit der Zeit weniger werden! Wir werden sehen. Morgen geht es jedenfalls ab nach Hause zu meinen Eltern, die ich seit meinem Krankenhausaufenthalt nicht mehr gesehen habe. Sie wollten mich zwar besuchen, aber irgendwie ist immer was dazwischen gekommen... Ich bin gespannt, was sie zu meinem neuerworbenen Gerät sagen werden! Der Bericht aus der Heimat folgt!
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Selbst schuld...
30. November 2011, 22:21, Jenny90
So, mein Freund hat mir gerade eröffnet, dass er aus der Wohnung, in der wir vor wenigen Monaten noch zusammen gewohnt haben, ausziehen möchte, da allein die Kosten zu hoch sind. An sich natürlich sehr gut nachzuvollziehen, aber irgendwie hat es mich schon wie einen Schlag ins Gesicht getroffen, dass er bald nicht mehr ein paar Häuser von mir weg wohnt, denn obwohl ich selbst ausgezogen bin, habe ich die meiste Zeit doch bei ihm verbracht und habe die Entscheidung auch schon bereut, dass ich ausgezogen bin. Aber das kann man ja nicht sagen... Warum bin ich ausgezogen? Weil ich der schlechteste Mensch auf Erden bin und einen Riesenfehler begangen habe. Ich dachte, dass ich mit ihm nicht mehr glücklich sei und mich ein anderer glücklicher machen könnte. Dabei habe ich überhaupt nicht gesehen, dass mein Freund die Person ist, die am meisten hinter mir steht und der tollste Mensch ist, den ich kenne und den er überhaupt gibt. Verdient habe ich ihn ja eigentlich nicht. Ich weiß, es gab viele Schwierigkeiten, als wir zusammengezogen sind. Und wir haben beide nicht so genau gewusst, wie wir mit der Situation umgehen sollen, weswegen wir uns auch oft in die Wolle gekriegt haben und wir beide dann wohl nicht mehr sehr glücklich waren. Dennoch hat er immer versucht, ein guter Freund zu sein, hat sich angestrengt und ich, was hab ich getan? Ich hab mich in die Arme eines anderen geflüchtet und dachte das wäre gut so und dass ich ihn nicht mehr brauchen würde. Doch weit gefehlt... Wer war es denn, der ertragen hat, dass ich ausgezogen bin, obwohl er strikt dagegen war? Wer war es, der mir sogar einen neuen Boden in die neue Wohnunge gelegt hat, als ich mit meinem ersten Schub im Krankenhaus lag? Wer war es, der mich, obwohl er Krankenhäuser auf den Tod nicht ausstehen kann, trotzdem jeden Tag besucht hat? ER war es, mein Freund, den ich verlassen wollte, weil ich keinen Sinn mehr sah. Er hat versucht, mich stark zu machen. Er war es, der super mit meiner Diagnose umgegangen ist und versucht, die Vorteile daraus zu sehen. Er hat nicht gezeigt, dass es auch sehr schwer für ihn ist, dass ich jetzt MS habe und er hat mich nicht verlassen, obwohl man nicht weiß, wie die ganze Sache weiterhin verläuft. Er war da, als ich am meisten jemanden gebraucht habe... In dieser Zeit habe ich für mich gemerkt, dass alles, was ich die Monate vorher gemacht habe, völliger Quatsch gewesen ist und dass ich ein furchtbarer Trottel war. Ich würde am liebsten die Zeit zurückdrehen und alles ungeschehen machen, ich würde ihn am liebsten in den Arm nehmen und ihm sagen, dass ich wieder zurück kommen will. Aber das geht nicht. Im Moment weiß er gar nicht, ob er mich überhaupt noch liebt und wie das alles weitergehen soll. Er versucht sein bestes, so zu tun, als wäre alles in Ordnung, aber ich merke, wie es an ihm nagt und wie es ihm weh tut, dass ich ihn verraten und betrogen habe. Ich versuche deswegen, seine Wutanfälle durchzustehen, aber es tut mir auch weh, dass ich ihm so weh getan habe. Ich frage mich, wie es verläuft, wenn er wirklich in die Nachbarstadt zieht. E ist zwar nicht weit weg, aber trotzdem wird es dann anders sein als jetzt. Wir werden uns nicht mehr so oft sehen. Wir werden nicht mehr so oft abends zusammen im Bett einen Film gucken können und wir werden uns vielleicht auseinanderleben. Und ich bin schuld an der ganzen Misere... Manchmal frage ich mich wirklich, warum ich denn so ein riesiger Hornochse bin.
Jedenfalls liebe ich meinen Schatz von ganzem Herzen und will ihn nie wieder missen. Ich will alles für ihn tun und am liebsten immer bei ihm oder in seiner Nähe sein. Ich will jeden Morgen mit ihm aufwachen und mein Leben mit ihm verbringen.
Will er das auch? Es wird sich zeigen...
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Der Anfang
29. November 2011, 21:21, Jenny90
Begonnen hat alles vor zwei Monaten... Plötzlich konnte ich auf dem linken Auge Farben nicht mehr ganz so gut wahrnehmen. Natürlich fing das alles Freitags nachmittags an, sodass man auch keine Arzt mehr erreichen konnte, aber da ich Ärzte sowieso mied und mich lieber selbst kurierte, fand ich das auch gar nicht so schlimm und dachte mir, das Wochenende würde ich schon noch überleben. Naja, nach diesem Wochenende sah es so aus, dass ich kaum mehr was sah und mein Auge nur noch grelle Farben an mich weitergab und mir auch nur noch anzeigte, ob es draußen hell oder dunkel war, immerhin. Dennoch entschloss ich mich, doch den Augenarzt zu kontaktieren, da ich zwar sowieso nie sehr gut sah, aber der Zustand nun doch etwas Neues war und ich nicht wirklich viel damit anfangen konnte. Man gab mir eínen Termin für Mittwoch, was mich doch wieder in der Annahme bestätigte, dass es wohl nichts Ernstes sein konnte und ich mir das nur einredete! Was ein Glück! Dachte ich... Als ich dann mittwochs beim Arzt eintrudelte wurde mir eröffnet, dass ich schon viel früher hätte kommen sollen (aha, und dass obwohl ich nach Schilderung meines Problems einen Termin zwei Tage später bekommen hatte...), und dass es sich wohl um eine Sehnerventzündung handeln würde, was den Arzt ohne zu zögern dazu veranlasste, mich ins Krankenhaus zu schicken. Na super, das erste Mal im Leben ins Krankenhaus, und das auch noch, weil ich auf einem Auge erblindete. Juhuu! Nach einem Anruf bei meinem Freund und bei meinen Eltern, dass ich wohl ein paar Nächte auswärts schlafen würde, habe ich mich dann mit einem leichten Kribbeln im Magen auf den Weg in die Uniklinik gemacht, wo ich dann in der Augenklinik noch einmal getestet wurde und sie, oh Wunder, oh Wunder, zu dem Ergebnis kamen, dass ich wohl nichts sah. Und da es sich wohl, noch einmal bestätigt, um eine Sehnerventzündung handelte, durfte ich die schöne Strecke zur Neuroklinik auf mich nehmen, wo man mich mit winkenden Fahnen begrüßte und mir sogleich ein Bett bereitstellte in einem schönen Viererzimmer, nachdem man mich aufgeklärt hatte, dass ich wohl 5 Tage an den Tropf mit einer schönen Kortisonkur gehängt werde. Sowas hatte ich mir schon immer gewünscht! Es hätte mir sowieso schon ein wenig seltsam vorkommen müssen, dass bei der Blutabnahme sofort ein Arzt angerannt kam, der mich um eine extra Blutspende für die Forschung bat, aber ich war immer noch unbehelligt und bereitete mich schon langsam auf meine erste Nacht in meiner "Vierer-WG" vor. Obwohl meine Bettnachbarinnen alle schon weit über 80 waren, muss ich sagen, dass die Woche doch schon sehr Spass gemacht hat, da die Frauen sehr viel zu erzählen hatten und wir auch in unserem Zimmer angeregte Diskussionen führten, wobei wir auch manchmal unseren Pfleger munter hineinverwickelten! Viele Untersuchungen und Blutabnahmen kamen in dieser Woche auf mich zu, wobei die Lumbalpunktion schon ein wenig das Highlight war, zusammen mit dem MRT. Das MRT war auch eine Sache für sich. Da ich die vorherigen Nächte nicht wirklich sehr viel geschlafen hatte, da die Damen in meinem Zimmer leider nicht mächtig waren, aufzustehen und eine Toilette aufzusuchen, schlief ich auch prompt während dem MRT ein, was den Arzt ein wenig erstaunte und nach der Untersuchung (und nachdem er mich geweckt hatte *zwinker*) eröffnete er mir auch, dass ich ein paar Entzündungen im Gehirn hatte, was wohl aber bei einer Sehnerventzündung nichts Ungewöhnliches wäre... Aha, schlüssig fand ich zwar keineswegs, dass es "normal" sei, Entzündungen im Gehirn zu haben, aber wenn es der Arzt sagte, dann würde das ja wohl stimmen, immerhin hat er mehr Ahnung von der ganzen Materie als ich armer Lehramtsstudent... So weit, so gut, nach dem MRT musste ich noch eine Nacht auf die ganzen Ergebnisse warten und der Oberarzt der Abteilung dachte am nächsten Tag, er besucht mich mal persönlich, um mir die frohe Botschaft selbst mitzuteilen. Ich stattdessen. völlig nichtsahnend, packte in Gedanken schon meine sieben Sachen, um aus der Klinik zu verschwinden und mein Leben wie gehabt fortzuführen und niiiiiiiiie, niemals wieder eine Klinik von innen zu sehen. Ja, nachdem der Arzt sich dann nach meinem Befinden erkundigt hatte und ich auch bestätigte, dass ich fast schon wieder richtig sehen konnte, und ich schon aufgesprungen bin, um mein Zeug zusammenzuräumen, kam plötzlich noch seitens des Arztes:" Ja, wir müssen Ihnen noch sagen, dass Sie MS haben. Normalerweise sagen wir den Patienten das nicht im frühen Stadium, aber ich denke, das geht in Ordnung und Sie können sich nach Ihrer Entlassung in der Ambulanz melden." Im ersten Moment musste ich zweimal überlegen, was der Mann den jetzt gerade von mir gewollt hatte und bevor ich noch ein "Wie war das bitte??!!" ausstoßen konnte, war der gute Mann auch wieder verschwunden und ich stand in meinem Zimmer und war erst mal verblüfft. Nach einer halben Stunde hab ich dann mal verstanden, was der Kerl mir gesagt hatte. Ich habe MS, ich werde nie wieder gesund werden. Naja, nun sind seither zwei Monate rum, ich habe mich langsam daran gewöhnt, denke ich zumindest, und fiebere schon mit Begeisterung (oder so ähnlich) meinem ersten Termin am Donnerstag entgegen, wo ich dann meine MS-Schwester kennen lerne, die mir dann beibringt, wie man sich spritzt und ich auch noch weitere Untersuchungen aufgebrummt bekomme, da ich mich freiwillig zur Kohortenstudie angemeldet habe. Ich bin gespannt wie es weitergeht und wie ich den Tag mit meiner Nadelphobie denn so überstehen werde. Einen Bericht darüber folgt demnächst! ;)
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