Textgröße: größer | 100% | kleiner
HK
 Splitter
Neueste Einträge im Blog
etwas
22. November 2010, 21:52, HK
Makellosigkeit: "www.youtube.com/watch?v=v1TD-7k52y4" Musik ist mein ms-freier Raum.
Der Gärtner
24. August 2010, 11:53, HK
>Es war einmal ein Gärtner, der war dafür bekannt, dass er einen steinernen Hintern hatte. Viele Leute besuchten ihn deswegen, tasteten, während er die Beete begoss, sein Gesäß ab oder tätschelten ihn verstohlen darauf, wenn er im Treibhaus stand. "Es ist nicht zu fassen", sagten sie dann zueinander, "der hat tatsächlich einen Hintern aus Stein." Von seinen Blumen sprach nie jemand.< (Franz Hohler:Der Gärtner. In: Das Grosse Buch. Geschichten für Kinder, 2009) Ein Grund, warum ich es vermeide, mich zu outen, wenn es nicht notwendig ist. Eine Folge: Neue Bekannte, angehende Freunde fühlen sich wohl ein wenig auf Distanz gehalten. Ein unlösbares Dilemma. Auf der anderen Seite: Manchmal bin ich unsicher, wer schon von meinem steinernen Hintern weiss und sich nicht traut zu nachzufragen.
Dickicht
15. January 2010, 11:23, HK
Letztens habe ich eine Sammlung alter Fotos von mir wenig bekannten Familienmitgliedern gesehen. Und wieder einmal begann die Suche im Dickicht. Familiengeschichten, Familienlegenden und sehr viel Unausgesprochenes, Ungewusstes, Geheimnisvolles. Wird es bei mir auch so sein? Werden sich meine Nachkommen auch immer wieder fragen, was da passiert war mit mir, was ich ihnen nicht erzählte. Etwas, was sie unter Anderem zu dem werden liess, was sie glauben zu sein? In meiner Familie gab es im 20. Jahrhundert große Themen: Weltkrieg, Nationalsozialismus, Kommunismus, Konzentrationslager, Flucht - die die privaten Probleme in den Hintergrund treten liessen. Und dennoch: Wenn man die Dinge wieder zusammenträgt, sieht man den Fortlauf einer Geschichte, der durch die äußerlichen Eingriffe nur verschärft, unterbrochen, anekdotisch umgeleitet und verzögert wurde. Aber vielleicht ist das so im Dickicht – man sucht unentwegt die Richtung und glaubt sie bei jedem Anschein von Weg zu finden. Man muss doch woher kommen und wohin gehen.
Es gab diesen einen Moment
25. September 2008, 14:46, HK
Es gab diesen einen Moment – da war es existentiell.
Als der Arzt sagte, ich solle jetzt sofort eine MRT machen lassen und einen
Notfalltermin in der Radiologie absprach. Dabei konnte doch einfach nur schlecht sehen! Und jetzt sollte wirklich ernsthaft etwas nicht mit mir stimmen? Mit mir ewig gesundem Menschen? Auf dem Weg zur Radiologie
bat ich mich, die Vernunft, Gott darum, es möge kein Tumor sein.
Ich bat darum, meine Kinder wachsen sehen zu dürfen.
Der Arzt in der Radiologie drückte mir die Aufnahmen und einen Brief in
die Hand und wünschte mir alles Gute. Mit noch flauerem Gefühl im Magen ging ich zurück. In seiner Stimme, seinem Wunsch war ein bisschen zuviel Anteilnahme gewesen.
Als es dann MS war, fühlte ich mich irgendwie erleichtert.
Kein Tumor, kein kurzfristig drohender Tod. Etwas, mit dem man sich einrichten kann. Das gewisse Modifikationen im Lebensplan mit sich bringt (Hatte ich den denn?).
Und nun? Nachdem mir meine Endlichkeit bewusster geworden ist und ich nicht mehr nur das Alter für meinen Verfall verantwortlich machen kann und muss, fühle ich michaus der Zeit gefallen.
Man sieht mir noch kaum an, dass ich nicht mehr bin wie die scheinbar Gesunden. Man weiss nicht, woher meine Einsichten kommen. Man weiss
nicht, warum ich mir keine Zeit lasse.
Doch im Grunde genommen sehe ich doch eigentlich nur ein bisschen mehr, wie sterblich wir alle sind und dass unsere Uhren ticken.
Jede auf ihre eigene Weise.

Suche im Blog
Archiv